Stimmen aus dem Gemeinderat

Entscheidungen im Gemeinderat prägen Horgau oft über viele Jahre. Sie betreffen zentrale Fragen des Zusammenlebens in unserer Gemeinde und reichen von finanziellen und baulichen Themen bis hin zu Bildung, Infrastruktur und Daseinsvorsorge. Die Zahlen und Abwägungen dahinter sind schwer zugänglich.

Mit dieser Rubrik machen wir unsere Arbeit nachvollziehbar. Wir fassen die wichtigsten Punkte zusammen, ordnen sie ein und erklären, warum wir so abgestimmt haben. Wo Informationen fehlen oder Fragen offen sind, sagen wir das und reichen nach.

Die neuesten Beiträge stehen oben. Diese Texte ersetzen kein Protokoll, sie sollen Orientierung geben und den Austausch erleichtern.

13.05.2026 GELUNGENER START IN DIE AMTSPERIODE

Nach guten Gesprächen im Vorfeld fand gestern die konstituierende Gemeinderatssitzung im voll besetzten Pfarrsaal statt. Neben der Vereidigung der neuen Gemeinderatsmitglieder standen unter anderem der Neuerlass der Satzung, der Erlass der Geschäftsordnung sowie die Besetzung der Ausschüsse auf der Tagesordnung.

Bürgermeister Matthias Mahler hatte im Vorfeld die Anliegen und Bedürfnisse aller Beteiligten gewissenhaft aufgenommen und in die Gespräche einfließen lassen. Auch durch seine erste Sitzung führte er souverän und strukturiert. Besonders deutlich wurde dabei sein Anspruch an eine offene und transparente Gemeindepolitik, den er glaubwürdig und konsequent vermittelt hat.

Zur 2. Bürgermeisterin wurde Sandra Wolgschaft und zum 3. Bürgermeister Walter Steinle gewählt. Wir gratulieren den beiden herzlich zur Wahl und wünschen ihnen für ihre neuen verantwortungsvollen Aufgaben viel Erfolg, eine gute Zusammenarbeit im Gemeinderat sowie stets ein glückliches Händchen für Entscheidungen im Sinne unserer Gemeinde.

Auch die Ausschüsse und Aufgaben wurden verteilt:

🌿 Günther Sasse ist künftig im Finanzausschuss sowie im Rechnungsprüfungsausschuss vertreten und übernimmt dort auch den Vorsitz. Außerdem vertritt er die Gemeinde im Zweckverband Zentralsporthalle Rothtal.

🌿 Daniela Knoblauch arbeitet im Kultur- und Sozialausschuss mit und übernimmt zusätzlich die Aufgabe als Kindergartenbeauftragte. Zudem wirkt sie als Vertretung von Martin Trautwein (SPD) im Bauausschuss mit.

Außerdem wurde Rupert Keppeler als 1. Vorstand des Seniorenbeirats als Bindeglied zwischen Gemeinde und Seniorenbeirat benannt. Deshalb wird es aus dem Gemeinderat keinen eigenen Seniorenbeauftragten geben.

Matthias Mahler informierte außerdem darüber, dass der beschädigte Brunnen wieder als Reserve ans Netz gehen kann, da die Wasserbeprobung keine Verunreinigung ergeben hat.

Auch beim Thema Kläranlage geht es weiter: Die Sweco gibt die Berechnung zur Schmutzwasserfracht an Steinbacher Consult weiter. Hintergrund ist die Prüfung einer weiteren möglichen Lösung, ob Rommelsried und Kutzenhausen an den Horgauer Kanal angeschlossen werden können. Diese Ergebnisse sollen als Grundlage für die weitere Entwicklung rund um das Thema Kläranlage dienen.

Die nächste Gemeinderatssitzung findet am 11. Juni um 20 Uhr statt.

Wir freuen uns über den gelungenen Start in die neue Amtsperiode und auf eine konstruktive Zusammenarbeit im Gemeinderat – sachlich, transparent und mit hoher Offenheit gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern bei den unterschiedlichsten Themen. 💚

26.03.2026 HAUSHALT BRAUCHT KLARE LINIE

Stand: vor der Gemeinderatssitzung am 26. März 2026

Der Gemeinderat berät am 26. März über den Haushalt 2026.
Der ursprünglich geplante Sitzungstermin wurde kurzfristig verschoben. Unser Gemeinderat Günther Sasse kann deshalb nicht teilnehmen, da er zu diesem Zeitpunkt bereits länger geplante Verpflichtungen hat.

Wir möchten seine Einschätzung zum aktuellen Stand der Haushaltsberatungen vorab transparent machen.

Was uns am Entwurf auffällt

  • Es fehlt eine erkennbare Strategie für die finanzielle Entwicklung der kommenden Jahre
  • Große Projekte binden langfristig Mittel, ohne dass Folgekosten ausreichend einbezogen werden
  • Ansätze zur Konsolidierung des Haushalts bleiben bisher vage

Wo wir konkret anders ansetzen würden

Mit dem neuen Rathaus, der Ganztagsschule und weiteren Projekten entstehen zusätzliche Flächen und neue Nutzungsmöglichkeiten. Diese sollten frühzeitig mitgedacht werden.

  • Gemeindeeigene Gebäude gezielt auf Nutzung und Wirtschaftlichkeit prüfen
  • Für bestehende Gebäude wie das bisherige Rathaus rechtzeitig tragfähige Nachnutzungen entwickeln, statt zusätzliche Kosten entstehen zu lassen
  • Neue Flächen flexibel und mehrfach nutzen, zum Beispiel durch bessere Vernetzung von Angeboten

Ein konkretes Beispiel ist die Bücherei:
Durch die fortschreitende Digitalisierung werden im Rathaus perspektivisch Flächen frei. Gleichzeitig liegt das Rathaus in unmittelbarer Nähe zur Schule. Hier könnte geprüft werden, ob sich Angebote sinnvoll zusammenführen lassen, um Wege zu verkürzen und die Nutzung für Kinder und Familien zu verbessern.

Was aktuell zu kurz kommt

  • Maßnahmen zur Aufenthaltsqualität, etwa Hitzeschutz oder Verschattung im öffentlichen Raum
  • konkrete Projekte für Jugendliche und Familien
  • bereits diskutierte Vorhaben wie ein Bikepark, die im Haushalt bislang nicht ausreichend berücksichtigt sind
  • kleinere, kurzfristig umsetzbare Verbesserungen im Alltag

Gerade solche Projekte zeigen, ob ein Haushalt die Lebensrealität vor Ort abbildet und auch die Bedürfnisse jüngerer Generationen berücksichtigt.

Für uns ist der Haushalt keine Momentaufnahme.
Er bestimmt, welche Spielräume die Gemeinde in den nächsten Jahren hat.

Gerade bei Investitionen braucht es deshalb eine klare Abwägung: Was leisten wir uns heute, und welche Folgen hat das für morgen.

Wir werden die weiteren Beratungen konstruktiv begleiten und unsere Vorschläge einbringen.

29. Januar 2026: Ein Abend im Gemeinderat – und was er über Entscheidungen verrät

Wir waren als Grüne zu Besuch im Gemeinderat, um uns die Haushaltsberatungen anzuhören. Was dabei sichtbar wurde, war weniger eine einzelne Entscheidung als ein Muster, das nachdenklich macht.

An diesem Abend wurden weitreichende Beschlüsse vorbereitet und diskutiert. Zum Beispiel zur offenen Ganztagsschule. Architekten stellten Konzepte vor, Materialien wurden bemustert, Varianten kurz angesprochen. Doch vieles davon geschah ohne echte Vergleichsgrundlage. Welche Alternativen es gibt, welche Kosten sie langfristig verursachen, welche Folgen sie für Betrieb, Wartung oder Energie haben, blieb weitgehend offen. Entscheidungen dieser Größenordnung brauchen Zeit, Vorbereitung und belastbare Informationen. Fünf Minuten reichen dafür nicht.

Ähnlich zeigte sich das beim Haushalt. Fördermittel, Kreditaufnahmen und Liquidität wurden angesprochen, aber Risiken eher beiläufig behandelt. Wenn Fördergelder später kommen, wird eben ein weiterer Kredit aufgenommen, so der Tenor. Gleichzeitig wurden Projekte für Jugendliche gestrichen, weil das Geld knapp wird. Das zeigt, wie eng alles miteinander zusammenhängt. Wer heute nicht sauber plant, verschiebt die Kosten in die Zukunft und am Ende zu den Bürgerinnen und Bürgern.

Dabei ist vieles nicht überraschend. Große Strukturprojekte wie Ganztagsschule, Kläranlage oder Kanal waren seit Jahren bekannt. Umso wichtiger wäre es gewesen, sie frühzeitig zusammenzudenken und transparent zu machen, was sie langfristig bedeuten. Ein Haushalt ist kein reines Zahlenwerk. Er ist eine Wirkungskette. Jede Entscheidung bindet Mittel, reduziert Spielräume und bestimmt, was morgen noch möglich ist.

Genau hier setzt für uns politische Verantwortung an. Nicht im schnellen Abnicken, nicht im Bauchgefühl, sondern in guter Vorbereitung, im Abwägen von Alternativen und im ehrlichen Blick auf Folgekosten. Das ist anstrengender. Aber es ist der einzige Weg, damit unsere Gemeinde auch in zehn oder zwanzig Jahren handlungsfähig bleibt.

Haushalt 2026 im Detail: Fragen, Risiken und offene Punkte